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Frühe Tempel

Der tosende Start Angkors mit eindrucksvollen Tempel-Pyramiden, versteckten Backstein-Türmen, Tempeln, die auf Hügeln thronen, eimer malerischen Ruine im Bambus-Wald und riesigen Wasser-Becken.

Bakong

Datum: Geweiht 881
Könige: Jayavarman III (ca. 835–ca. 877), Indravarman I (877–ca. 889)
Orientierung: Osten
Kult: Hinduismus, Shiva
Funktion: Staatstempel

Bakong Karte 1
Bakong Karte 1

Bakong Karte 2
Bakong Karte 2

Der Bakong war der Staatstempel von König Indravarman I. und das Zentrum seiner Hauptstadt Hariharalaya.

Zwei Wassergräben umrahmen den Tempel.

Die innere Einfriedung

  • Im Zentrum des Tempels steht eine fünfstufige Pyramide aus Sandstein, 14 m hoch und gekrönt mit einem 15 m hohen Turm. Dieser wurde in der Angkor-Wat-Epoche (erste Hälfte des 12. Jahrhunderts)  erneuert.
  • Auf der vierten Stufe stehen zwölf kleine Sandsteintürme, vier auf jeder Seite.
    Elefanten bewachen die Ecken der unteren drei Stufen.
    Vier Treppen führen hinauf, bewacht von Löwen.
  • Vor jeder Treppe stehen zwei große Ziegeltürme.
  • Im Osten der Pyramide stehen vier Feuerschreine aus Ziegelsteinen („Bibliotheken“ genannt). Hier wurden Opfergaben verbrannt. Siehe die rasterförmig angeordneten Ventilationsöffnungen.
  • Die innere Umfassungsmauer mit vier Tor-Pavillons schließt das Ganze ein.

Der innere Wassergraben

Er ist in der Fläche viel größer als der innere Bereich des Tempels.

  • Dämme, bewacht von kriechenden Nagas, unterbrechen ihn im Osten und Westen

Die äußere Einfriedung

  • Hier stehen 25 Ziegeltürme in 22 regelmäßig angeordneten Gruppen. Dazu kommen 8 quadratische Wasserbecken.
  • Der äußere Wassergraben, 950 m im Quadrat, umschießt den Tempel.
    Er wird unterbrochen von Dämmen in den vier Himmelsrichtungen.

Die Avenue

  • Die Avenue ist der Weg, auf dem der König mit seinem Gefolge zeremoniell in den Tempel einzieht. Sie führt von Osten geradeaus auf den Tempel zu.
    Außerhalb des äußeren Wassergrabens begleiten je fünf quadratische Wasserbecken, symmetrisch angeordnet die Avenue.

Zhou Daguan, chinesischer Gesandter in Angkor im späten 13. Jahrhundert, schildert einen Aufzug des Königs vor dessen Palast:

Jedes Mal, wenn der König aus seinem Palast kam, waren alle Soldaten vor ihm  angetreten, und hinter ihm Bannerträger, Musiker und Trommler.

Bis zu fünfhundert Palastdamen bildeten ein Kontingent. Sie trugen Tücher mit Blumenmuster und Blüten im aufgetürmten Haar. Sie trugen riesig große Kerzen, die auch bei Tageslicht brannten. Einige trugen Geräte aus Gold und Silber und kostbar verzierte Instrumente in fremdartigem Stil. Ich weiß nicht, zu welchem Zweck sie dienen sollten.

Kriegerinnen, die Lanzen und Schilde trugen, bildeten ein anderes Kontingent, sie waren die Palastwache. Außerdem gab es Wagen, die von Ziegen, Hirschen und Pferden gezogen wurden, alle waren mit Gold verziert.

Alle Minister, Hofbeamten und Verwandten des Königs waren auf Elefanten vorneweg. Ihre unzähligen roten Sonnenschirme waren in der Ferne zu sehen.

Als nächstes kamen die Ehefrauen und Konkubinen des Königs mit ihren Zofen, einige in Sänften oder Wagen, andere zu Pferd oder auf Elefanten, mit weit über hundert goldfiligran-verzierten Sonnenschirmen.

Zuletzt kam der König, er stand auf einem Elefanten, das goldene Schwert in der Hand und die Stoßzähne des Elefanten mit Gold überzogen. Er hatte mehr als zwanzig weiße Sonnenschirme mit Goldfiligran und goldenen Schäften. Er war auf allen Seiten von seiner Leibgarde auf Elefanten umgeben. (Zhou Daguan, S.8f–93.)

Die Türen und Scheintüren der Ziegeltürme sind meistens aus Sandstein; viele sind monolithisch (aus einem Block).

Symbolismus

Die Pyramide und die Türme sind Symbole das Berges Meru in der Mitte der Welt, seine fünf Gipfel ragen in den Himmel, dort wohnen die Götter.

Der Temple ist die Residenz des Gottes Shiva, des Oberherren der Welt.

Die Pyramide ist das Zentrum und die senkrechte Achse der Welt.

Bedeutung

Mit dem Bakong legt Angkor sozusagen einen gewaltigen Start hin. Die Pyramide war in ihrer Zeit das größte Bauwerk auf der Südostasiatischen Halbinsel, ein Sinnbild der königlichen Macht.

Die fünf-stufige Pyramide mit ihren quadratischen Einfriedungen wurde zum Prototyp für alle Pyramidentempel in Angkor.

Obwohl der Bakong der älteste Tempel ist, ist er doch insgesamt am besten erhalten.

Besuch

Siehe Karte.

Am schönsten ist der frühe Morgen. Besuchen Sie erst den Bakong, danach Preah Ko und eventuell Lolei.

  1. Gehen Sie zu Fuß von der Toilette nach Süden.
    Finden Sie die Stelle, wo man den nördlichen äußeren Wassergaben sieht.
  2. Weiter zum Nord-Tor, Blick auf den inneren Wassergraben und die Pyramide.
  3. Eine Gruppe von drei Turm-Ruinen im Norden des Außenbereichs.
  4. Durch das Ost-Tor betreten wir den inneren Tempelbereich.
    Sie sehen links einen prächtigen kriechenden Naga, rechts seinen Partner, und aam Ende des Dammwegs die Schwanzspitzen.
  5. Links vor der Pyramide stehen zwei Feuer-Schreine.
  6. Besteigen Sie die Pyramide von Osten.
    Sie stehen vor dem zentralen Turm; er wurde in der Angkor-Wat-Zeit erneuert, die Aufmachung der Devatas ist im Stil des 9. Jahrhunderts.
    Blick auf die Ziegeltürme am Fuß der Pyramide und die Avenue im Osten.
  7. Steigen Sie nach Süden hinunter und besuchen Sie die Türme im Südwesten.
    Am Fuß der Westtreppe finden Sie eine Statue des ruhenden Nandi, und Sie haben einen schönen Blick auf die Elefanten.
  8. Verlassen Sie den inneren Tempel durch den West-Eingang. Dort, bei den Buden, kann Ihr Fahrer auf Sie warten.
  9. Im südlichen Außenbereich, in der Nähe der Überreste des Süd-Tors, steht ein einsamer Turm.

Shiva in Angkor

In Kambodscha gehört das Land traditionell den Frauen und wird in der weiblichen Linie vererbt. Das Reich gehört also eigentlich der Königin. Jayavarman II. (ca. 770–835), der Gründerkönig, heiratete eine stattliche Reihe von Frauen, die ihr Land mitbrachten. (Jacobsen S. 28.)

Shiva wird zum Oberherren der (Khmer-) Welt erklärt, die der König in seinem Namen regiert und so die Oberherrschaft über die Königinnen gewinnt.

Kriechende Nagas

Der Naga oder Naga-König symbolisiert des Wasser, den Boden, die Natur, die weibliche und mütterliche Energie. Er ist der große Ahnherr der Khmer. Als Gott residiert er in der tiefsten Unterwelt, aber auch am tiefen Grund von Gewässern.

Der Naga wird mit dem Körper der Kobra und einem Fächer von Köpfen dargestellt. Naginis, Naga-Prinzessinnen, können die Gestalt von wunderschönen Frauen annehmen; manchmal zeigen sie Naga-Köpfe in ihrem Haar.

Kriechende Nagas sind in ihrem Element, mit der Erde verbunden. Stolz bewachen sie die Eingänge des Bakong und anderer Tempel.

 

  • Bakong
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Preah Ko

Datum: Geweiht 879.
Bauherr: Indravarman I. (877-ca. 889).
Orientierung: Osten.
Kult: Hinduismus, Shiva.
Funktion: Ahnentempel.

Sechs Ziegeltürme in zwei Reihen stehen auf einer gemeinsamen Plattform.

Die drei Türme in der ersten Reihe sind Gott Shiva geweiht, dem besonderen Schutzherren der männlichen Vorfahren des Königs.

Die kleineren Türme der zweiten Reihe sind Uma, der Gemahlin Shivas, geweiht, der besonderen Schutzherrin der weiblichen Vorfahren des Königs.

Preah Ko ist ein Ahnentempel.

Der Tempel steht am Eingang des Königs-Palasts, der von einem 300 mal 300 m langen Wassergraben eingeschlossen ist. (Der Palast selbst war aus Holz gebaut und ist verschwunden.)

Den drei großen Türmen stehen drei Nandi-Statuen gegenüber, die dem Tempel den Namen geben: Preah Ko heißt „Heiliger Stier”.

Dvarapalas und Devatas

Zum ersten Mal haben wir hier Wächter-Figuren in Sandsteinrelief, Dvarapalas an den vorderen und Devatas an den hinteren Türmen.

Die Dvarapalas stellen Shiva dar, der seine Türme selber bewacht, die Devatas Uma, seine Gemahlin in der gleichen Funktion.

  • Preah Ko
    Preah Ko
  • Preah Ko
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  • Preah Ko
    Preah Ko
  • Preah Ko
    Preah Ko
  • Preah Ko
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