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Die Geheimnisse von Angkor

Angkor, im Norden Kambodschas gelegen, war vom 9. bis etwa zum 15. Jahrhundert die Hauptstadt eines Königreiches. Heute ist Angkor bekannt durch seine Tempel, diese liegen bei Siem Reap im nördlichen Kambodscha, zwischen dem großen See Tonle Sap im Süden und dem Phnom Kulen, „Litschi-Berg“, im Norden.

Angkor war eine riesige Stadt, ein Ort, wo Menschen lebten. Die Tempel erzählen davon, ihren Königen, Göttern und wunderschönen Göttinnen. Von Devatas, Apsaras und Nagas. Von großen steinernen Gesichtern.

Indisierung

Etwa vom Beginn der christlichen Zeitrechnung an kamen indische Seehändler an die Mündung des Mekong. Ihre Siedlungen wanderten den Mekong und Tonlé Sap hinauf.

Sie brachten ihre Kultur mit. Kulturträger waren vor allem Brahmanen, Angehörige der hinduistischen Priester-Kaste. Sie brachten nach Kambodscha:

  • Die Sanskrit-Schrift, Mathematik, Geometrie, und Astronomie.
  • Die indischen Religionen und Mythologie, Hinduismus und Buddhismus. 
    Religion und Mythologie blieben mit der herrschenden Schicht verbunden und gingen nach deren Verschwinden verloren.
  • Verbesserte Bewässerungs-Systeme.
  • Die Idee der Königsherrschaft
  • Die Idee, Tempeln aus Stein zu bauen

Ein hydraulisches System aus Kanälen, Becken und Barays entstand. Wassergräben rahmten die Tempel ein.

Angkor wird eine Metropole

Angkor war die Hauptstadt des Reiches der Khmer und das Herz einer einzigartigen  Kultur.

Vom 9. bis zum 15. Jahrhundert wuchs Angkor zu einer Metropole von 1000 Quadratkilometern  und mit bis zu einer Million Einwohnern.

Das Reich umfasste in seiner größten Ausdehnung das heutige Staatsgebiet von Kambodscha, das Mekong-Delta, Laos sowie das südliche Thailand, und dominierte die Südostasiatische Halbinsel.

Die Bestimmung der Tempel

Wie entstanden die Tempel? Wer baute sie? Wozu? Wie brachten die Könige den Bau der Tempel der riesigen Pyramiden-Tempel auf die Reihe? Wir lernen Spuren zu lesen. Die Steine erzählen uns ihre Geschichte.

Die Tempel waren bis zum 12. Jahrhundert dem hinduistischen Gott Shiva geweiht: Bakong, Phnom Bakheng, Baksei Chamkrong, Pre Rup, Ta Keo und Baphuon. Angkor Wat ist dem hinduistischen Gott Vishnu geweiht.

Angkor wird buddhistisch

Am Ende des 12. Jahrhunderts gab es einen Umbruch, jetzt wurden buddhistische Tempel gebaut. Die übermäßige Bautätigkeit führte letztlich zum Zusammenbruch des Bewässerungssystems. Angkor wurde verlassen; die Hauptstadt wanderte in den Raum des heutigen Phnom Penh.

Angkor heute

In der nach-angkorianischen Zeit verbreitete sich der Theravada-Buddhismus und mit ihm die Errichtung von Stupas.

Angkor war vergessen. Man ignorierte nun sowohl den Hinduismus als auch den alten Buddhismus und deren Tempel völlig, diese galten als verlassene „Paläste“.

Mit dem Bericht von Henri Mouhot, erschienen 1864, wurden die Tempel von Angkor weltbekannt.

Nach 1900 begann die École française d’Extrême Orient (EFEO) damit, einzelne Bauten zu restaurieren und einen „archäologischen Park“ einzurichten.

Tempel wurden auf ihre Kerne reduziert, neue Straßen zerstörten alte Strukturen. Dabei ging es vorrangig um die touristische Erschließung und weniger um eine historische Erforschung der Tempel.

Angkor ist aber eigentlich eine alte Stadt und nur aus seiner Geschichte zu verstehen. Wer die nicht kennt, wird nicht hinter die Geheimnisse von Angkor kommen.

Erst Forschungen der letzten zwanzig Jahre, vor allem von (in alphabetischer Reihenfolge) Olivier Cunin, Damian Evans, Roland Fletcher, Trudy Jacobsen, Claude Jacques, Christophe Pottier, Vittorio Roveda und Sachchidanand Sahai werfen ein neues Licht auf die Tempel und beginnen „Angkor als einen Ort zu würdigen, wo tatsächlich Menschen lebten.“ (Fletcher.)