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In der Epoche von Angkor Wat, in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, entstanden eine Reihe buddhistischer Tempel, die sich im Stil deutlich von hinduistischen Tempeln unterscheiden. Sie gelten gemeinhin als hinduistisch, aber diese Tempel zeigen alle Reliefs mit buddhistischen Inhalten (Roveda 2005, S. 368–396) und sind damit eindeutig buddhistisch.

Anmerkung:
In buddhistischen Tempeln sind Reliefs mit hinduistischen Inhalten häufig. Umgekehrt gibt es  kein einziges buddhistisches Relief in einem hinduistischen Tempel.

Stil und Intention der buddhistischen Tempel ist anders: Der Buddha ist, nur leicht erhöht, auf Augenhöhe mit seiner Anhängerschaft. Alle Bauteile des Tempels stehen auf gleich hohen Sockeln. In der Frühzeit dominiert ein einziger Turm die Anlage.

Thommanon

D Frühes 12. Jahrhundert
H Suryavarman II. (1113–ca. 1150)
O Osten
K Buddhistisch
L Westlich vom Siem Reap Fluss und nördlich der Straße vom Königs-Palast zum Ta Keo

Der Turm steht, wie alle anderen Teile des Tempels, auf einem 2,50 m hohen modellierten Sockel. Der Rumpf ist ungewöhnlich hoch; die Vorhallen im Süden, Westen und Norden reichen nur bis etwas zu seiner halben Höhe und lassen die Ecken frei. Die vier Stufen des Dachs sind wie eine Lotus-Knospe geformt.

Die Ecken sind mit Devatas in Flachrelief geschmückt, im „Stil von Angkor Wat“, also mit zur Seite gedrehten Füßen.

Die schönsten und besterhaltenen Reliefs sind auf zwei Lintel im Inneren:
Vishnu befreit den dreiköpfigen König der Elefanten aus dem Maul eines Krokodils, und ein wehrhafter Vishnu steht auf den Schultern von Garuda.

       

  • Thommanon: Turm und Mandapa von Sueden
    Thommanon: Turm und Mandapa von Sueden
  • Thommanon: Turm von Nordwesten
    Thommanon: Turm von Nordwesten
  • Thommanon: Devatas am Turm
    Thommanon: Devatas am Turm
  • Thommanon: Gestaffelte Giebel
    Thommanon: Gestaffelte Giebel
  • Thommanon: Lintel
    Thommanon: Lintel
  • Thommanon: Lintel
    Thommanon: Lintel

Beng Mealea

D Anfang bis Mitte des 12. Jahrhunderts
H Suryavarman II. (1113-ca. 1150), Yasovarman II. (ca. 1150–1165)
O Osten
K Buddhistisch
F Kloster-Stadt

Beng Mealea von Osten, Zeichnung von Delaporte (1880)
Beng Mealea von Osten, Zeichnung von Delaporte (1880)

Beng Mealea, Plan
Beng Mealea, Plan

Lage

Beng Mealea, „Lotus-Teich“, liegt ca. 40 km östlich von Angkor an der alten Straße nach Preah Khan von Kampong Svay (ca. 60 km weiter nach Osten), an der Abzweigung der alten Straße nach Koh Ker (ca. 50 km weiter nach Nordosten).

Überblick

Der Tempel ist der Kern einer Kloster-Stadt. Diese ist von einem Wassergraben umgeben. mit Toren in den vier Himmelsrichtungen.

Der Turm mit Mandapa und zwei Feuerschreinen ist von drei Galerien umgeben. Zwischen der zweiten und dritten Galerie stehen im Osten eine große Kreuz-Galerie und zwei Pavillons; im Süden stehen zwei Galerie-Hallen. Alle Türme und Tore sind eingestürzt.

Die Anlage ist ausgedehnt; der Wassergraben misst ca. 1000 m Ost-West und 875 m Nord-Süd.

Vier Straßen in den Himmelsrichtungen verbinden den Tempel mit den Toren am Wassergraben.

Im Osten liegt ein Baray mit Prasat Phty, der Ruine eines Mebon, im Zentrum.

Vom Baray führt, beginnend mit einer Terrasse, eine von Steinpfosten gesäumte Straße zum Kloster. Das war die Route des formellen Tempel-Besuchs; er geht weiter über die Straße, das Ost-Tor der Stadt, die kreuzförmige Terrasse, durch das Ost-Tor des Tempels und innen durch die Kreuzgalerie zum Mandapa.

Der große Tempel in der Mitte misst ca. 180 m Ost-West und 170 m Nord-Süd.

Den zentralen Turm mit Mandapa, und zwei Feuerschreine umrahmen drei konzentrische Galerien; die zwei inneren Galerien stehen nah beieinander.

Die äußere Galerie lässt Raum für eine von Hallen flankierte Kreuzgalerie im Osten. Drei kurze Galerien verbinden diese mit drei Tor-Türmen auf der Ostseite.

Drei weitere Tor-Türme im Norden, Westen und Süden. Sie sind durch Galerien mit der zweiten umlaufenden Galerie verbunden.

Im südlichen Teil des Hofes stehen eine weitere Kreuzgalerie und eine Galerie-Halle.

Den vier Toren sind jeweils kreuzförmige Terrassen vorgelagert.

Nagas

Die Tore der Stadt und des Tempels werden von liegenden Nagas bewacht. Soweit sie überhaupt erhalten sind, sehen sie recht mitgenommen aus, verdienen aber Beachtung.

Datierung

Es gibt keinerlei Inschriften, die ein exaktes Datum liefern; dieses Problem haben wir bei allen buddhistischen Tempeln aus dieser Epoche. Der Stil und die Ähnlichkeit der Struktur sprechen für eine Datierung später als der Baubeginn von Angkor Wat.

Zustand

Anders als Angkor Wat ist Beng Mealea gänzlich zerfallen, alle Türme und die meisten Galerien sind eingestürzt. Es gibt keinerlei Spuren einer gewaltsamen Zerstörung (nach Christophe Pottier).

Als der Tempel um die letzte Jahrhundertwende von Minen gesäubert wurde, hat man das Gestrüpp entfernt. Aber weite Teile der Anlage sind noch im Schutt ertrunken.

Besuch

In das Innere des Tempels kommt man nur über ein System von hölzernen Treppen und Stegen. Diese werden teilweise allmählich baufällig; Vorsicht ist geboten, vor allem mit Kindern.

Da ich in dem Tempel schon vorher herumgeklettert bin, kam ich mir auf diesen Stegen vor wie in einem Laufkäfig. Rilkes Panther fiel mir ein. Ich war über dem Tempel, aber nicht drin. Aber Besucher, die zum ersten Mal in dem Tempel sind, sehen das sicher anders.

Frei zugänglich sind die Außenseiten des Tempels und die Höfe im Nord-Osten und Süd-Westen

Zugang

Beng Mealea ist erreichbar über Dam Daek, an der Nationalstraße 6, von dort führt eine gut ausgebaute Straße nach Norden.

Ticket 5 USD; das Angkor-Ticket gilt hier nicht. 

Nähere Umgebung

  • Prasat Kansaeng liegt innerhalb des West-Eingangs der Stadt.
  • Prasat Chrei liegt unmittelbar südlich des Baray.
  • Prasat Kong Pluk, mit einer kleinen Laterit-Pyramide, liegt an der Südost-Ecke des Baray.
  • Prasat Don Chan liegt ca. 300 m west-südwestlich vom West-Tor der Stadt.
  • Prasat Kuk Troap und Prasat Rung Romeas liegen zwischen Don Chan und Wat Beng Mealea. Die beiden Ruinen habe ich 2004 als erster dokumentiert.

Weitere Umgebung

  • Peung Komnou liegt ca. 12 km nördlich.
  • Prasat Wat Banteay Srei liegt am Nordrand von Dam Daek.

Quellen

  • Freeman/Jacques, S. 220–224.
  • Roveda 2005, S. 390–392.
  • Petrotchenko, S. 326-330.
  • CAC.

Zuletzt besucht am 4. Januar 2017.

Fotos 2003

Als ich 2001 oder 2002 zum ersten Mal dorthin kam, war Beng Mealea noch ein Gerücht. Der Tempel war vermint und durfte eigentlich nicht besucht werden. Ein befreundeter Tour-Guide brachte mich auf seinem Moped hin. Ein Minenräumer führte uns, an noch nicht entschärften aber säuberlich markierten Minen vorbei, durch die bereits gesäuberten Bereiche.

2003 waren die Minen geräumt. Ein örtlicher Führer kletterte mit uns in der Ruine herum.

   

  • Aeusseres Sued-Tor 2003
    Aeusseres Sued-Tor 2003
  • Ost-Tor
    Ost-Tor
  • Pavillon
    Pavillon
  • Im Tempel unterwegs
    Im Tempel unterwegs
  • Im Tempel unterwegs
    Im Tempel unterwegs
  • Innenraum des Turms
    Innenraum des Turms
  • Bruecke im Westen
    Bruecke im Westen

Fotos 2008

2008 gab es einen Holzsteg mit bequemen Treppen.

   

  • Regenschauer am aeusseren Sued-Tor
    Regenschauer am aeusseren Sued-Tor
  • Quirlen des Milchmeers
    Quirlen des Milchmeers
  • Im Tempel
    Im Tempel
  • Naga-Koepfe am aeusseren Ost-Tor
    Naga-Koepfe am aeusseren Ost-Tor
  • Sued-Tor
    Sued-Tor

Fotos 2014

2014 gingen wir von Westen in den Tempel hinein.   

  • Einstieg von Westen
    Einstieg von Westen
  • Im Tempel
    Im Tempel
  • Im Tempel
    Im Tempel
  • Sued-Ost-Ecke des Tempels
    Sued-Ost-Ecke des Tempels

Fotos 2017

Bei meinem Besuch 2017 war der Besuch des Tempels beschränkt. Zugänglich sind der Holzsteg, die Höfe im Südosten und Nordwesten sowie der Außenbereich des Tempels.

  • Eingang zum Holzsteg
    Eingang zum Holzsteg
  • Nord-West-Ecke des Tempels
    Nord-West-Ecke des Tempels

Banteay Samré

Banteay Samré, Plan
Banteay Samré, Plan

D Frühes 12. bis 13. Jahrhundert
H Suryavarman II. (1113–ca. 1150), Jayavarman VII. (1181–ca. 1220)
O Osten
K Buddhistisch

L Östlich des Östlichen Baray

Der Tempel hat zweiGalerien, jede mit Tor-Pavillons in den vier Himmelsrichtungen.

Avenuen führen nach Osten und zum Östlichen Baray im Westen.

Besucher koommen von Norden, der Haupteingang istim Osten.

Das Innere ist ähnlich wie in Chau Say Tevoda: Ein Turm mit Mandapa und zwei Feuerschreine. Jayavarman VII. hat hier eine niedrige Plattform hineingezwängt.

Der Turm ist imposant. Bemerkenswert ist auch der Relief-Schmuck an den Giebeln der Tor-Pavillons, am Turm mit Mandapa und an den Pilastern. Buddhistische Szenen sind größtenteils ausgekratzt.

   

   

    

  • Banteay Samre, an der Avenue im Osten
    Banteay Samre, an der Avenue im Osten
  • Banteay Samre von Osten
    Banteay Samre von Osten
  • Banteay Samre, gestaffelte Giebel
    Banteay Samre, gestaffelte Giebel
  • Banteay Samre, Innere Galerie von Sued-Osten
    Banteay Samre, Innere Galerie von Sued-Osten
  • Banteay Samre, Turm und Mandapa von Norden
    Banteay Samre, Turm und Mandapa von Norden
  • Banteay Samre, Turm und Mandapa
    Banteay Samre, Turm und Mandapa
  • Banteay Samre, Turm
    Banteay Samre, Turm
  • Banteay Samre, Quirlen des Milchmeers mit Brahma, Sonne und Mond
    Banteay Samre, Quirlen des Milchmeers mit Brahma, Sonne und Mond
  • Banteay Samre, Ruhender Vishnu mit Brahma, Sonne und Mond
    Banteay Samre, Ruhender Vishnu mit Brahma, Sonne und Mond
  • Banteay Samre, Vishnu toetet zwei Daemonen
    Banteay Samre, Vishnu toetet zwei Daemonen
  • Banteay Samre, Schlacht von Lanka
    Banteay Samre, Schlacht von Lanka
  • Banteay Samre, Shiva
    Banteay Samre, Shiva
  • Banteay Samre, Figuren in Nischen
    Banteay Samre, Figuren in Nischen