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Angkor Wat ist ein Tempel, der größte, der je gebaut wurde.

Er steht in einer Stadt, die heute Angkor heißt. 

Karte Umgebung von Angkor Wat (Angkor Map)
Karte Umgebung von Angkor Wat (Angkor Map)

Angkor Wat, Plan
Angkor Wat, Plan

Plan der Pyramide von Angkor Wat
Plan der Pyramide von Angkor Wat

Ursprünglicher Name: Bishnuloka, „Vishnu-Tempel“
D Erste Hälfte 12. Jahrhundert
H Suryavarman II. (1113–ca. 1150), Außenanlagen teilweise unter Jayavarman VII. (1181-ca. 1220)
O Westen
K Hinduismus, Vishnu
F Staats-Tempel
L schräg gegenüber vom Phnom Bakheng

Der Tempel ist das Meisterwerk der Khmer-Architektur.

Am schönsten ist er nachmittags. Besuchen Sie ihn auf eigene Faust. Lassen Sie sich Zeit.

Ich besuche den Tempel seit fast siebzehn Jahren immer wieder, entdecke jedes Mal Neues und staune darüber, wie schön das alles ist.

Die Lage

Angkor Wat steht schräg gegenüber vom Phnom Bakheng, in dessen Nachbarschaft, und ist deswegen nach Westen orientiert.

Ein Vishnu-Tempel zur höheren Ehre Shivas

Vishnu in Angkor Wat ist ein Gott der Trimurti, der „Dreiheit“, dem höchsten Gott Shiva untergeordnet. Mehr dazu weiter unten auf der Seite.

Der Rahmen gehört zum Bild

Der Wassergraben und der westliche Torbau sind Glanzstücke der Architektur und wesentliche Teile des Tempels.

Das Ganze ist die Bühne, der Schauplatz für den rituellen Besuch des Königs bei Vishnu.

Der König zieht von Westen ein – A, geht durch das Tor, und zieht weiter über die Avenue, zunächst bis zur unteren Kreuzgalerie in der Pyramide – B. Dort bleibt sein Gefolge zurück, und der König steigt hinauf auf die zweite und dann auf die oberste Stufe, wo er mit dem Gott allein ist – C. (Siehe den Plan von Angkor Wat.)

Wir Besucher folgen dieser Route.

Der Wassergraben

Der Wassergraben ist 200 m breit, insgesamt 5,5 km lang, hat somit eine Oberfläche von 1,1 Quadratkilometer (so groß wie die Insel, die er einschließt), und ist innen und außen mit Sandsteinstufen gesäumt.

Eine 250 m lange wohlgegliederte Dammstraße führt hinüber. Sie wird gerade repariert; Besucher gehen jetzt über eine schwimmende Brücke.

Der westliche Torbau

Er ist in diesem Theater der Vorhang, der zunächst den Blick nach drinnen versperrt, aber schon einmal eine Vorschau gibt: er zitierte die Westfassade der Pyramide in ihrer waagrechten Gliederung. Die Motive werden sich wiederholen, wie in einer Sinfonie.

Im südlichen Turm finden wir die Statue eines stehenden Vishnu mit acht Armen, die es vom zentralen Turm hierher verschlagen hat. In ihr residiert jetzt, von Einheimischen lebhaft verehrt, Ta Reach, ein hochrangiger Ahnen-Geist – und der spirituelle Hausherr des Tempels.

Die Innenwände sind mit tanzenden Apsaras in Medaillons geschmückt, die Außenwände im Süden, Osten und Norden mit Devatas.

Die offene Bühne

Jenseits des westlichen Torbaus öffnet sich die Bühne, in ihrer Tiefe steht die Pyramide. Davor ist wieder eine Dammstraße, unterbrochen von sechs Paar Freitreppen und begleitet von zwei Pavillons und zwei quadratischen Wasserbecken: die schönste Promenade der Welt.

Die Pyramide

Die untere Kreuzgalerie

In der Pyramide durchqueren wir zunächst die Galerie der Flach-Reliefs

Wieder ein Glanzstück der Architektur. Die Galerien, mit Halbgalerien erweitert, kreuzen sich und bilden vier Höfe mit Wasserbecken. In dieser luftigen Halle löste sich das Gefolge des Königs auf.

Die Kreuzgalerie ist nach Norden und Süden offen, Pavillons in den Außenhöfen fangen den Blick auf. Nach Süden ist dieser jetzt durch eine mächtige Buddha-Statue blockiert.

An den Wänden finden wir besonders schöne Devata-Reliefs.  

Drei Treppen führen nach oben, sie sind in gestuften Treppenhäusern verbogen, diese sind wiederum architektonische Glanzstücke.

Ruhender Vishnu

Zwischen den Zeiten ruht Vishnu im Weltmeer auf dem endlosen Naga Ananta. Lakshmi hält seine Beine. Hinter ihm sprosst ein goldener Lotus, dem Brahma der Schöpfer-Gott entsteigen wird. Relief in der Unteren Kreuzgalerie, siehe Bild 11.

Auf der zweiten Stufe der Pyramide

Von dort ragt die dritte Stufe der Pyramide auf, die drei Stockwerke zusammenfasst. Sie ist 13 m hoch, fast so hoch wie ein fünfstöckiges Wohnhaus.

Darüber die Türme und die sie verbindende Galerie. Zu den Türmen und den Tor-Pavillons führen steile Treppen hinauf, zwölf insgesamt. Der König ging, während in den beiden Feuerschreinen Opfer verbrannt wurden, über die zentrale Treppe im Westen nach oben. Für Besucher gibt es jetzt Holztreppen an der Nordost-Ecke. Man muss anstehen.

Die oberste Stufe der Pyramide

Die Kreuzgalerie ist ganz ähnlich der unteren, was aber ursprünglich sogar schöner, weil nach allen Seiten offen. Buddhistische Mönche haben im 16. Jahrhundert die Vishnu-Statue entfernt und die Öffnungen zwischen den Pfeilern, die den zentralen Turm tragen, zugemauert.

Aus den offenen Toren hat man einen Blick auf die Tempelanlage und im Nordwesten zur Ruine des Phnom Bakheng.

Die Pyramide von Osten

Die Pyramide trägt neun große Türme, vier auf der zweiten und fünf auf der dritten Stufe. Aus jeder Himmelsrichtung sind fünf Türme nebeneinander  zu sehen. Die Pyramide bietet damit aus allen Himmelsrichtungen ein perfektes Abbild der fünf Gipfel des mythischen Berges Meru.

Der Außenbereich

Auf den Flächen im Norden, Osten und Süden der Pyramide, wo heute Wald steht, wohnte in hölzernen Häusern das Tempel-Personal, Priester, ihre Bediensteten, Handwerker, Arbeiter und Sicherheits-Personal. Da waren Werkstätten, Materiallager usw. Alles in allem wohl 10.000 Menschen. Diese Stadt im Tempel hatte ihren Zugang im Osten; beiderseits des Ost-Tors war die Umfassungsmauer unterbrochen.

Die kleinen Tor-Pavillons im Norden, Osten und Süden sind alle nach dem gleichen Plan gebaut. Die Tore im Norden und Süden stehen ruhig und einsam vor dem Wassergraben.

Devatas in Angkor Wat

1850 Devata-Reliefs zeigen Göttinnen in der blühenden Herrlichkeit ewiger Jugend. Sie stellen Lakshmi dar, die Gemahlin Vishnus, deren strahlende Schönheit die Mythen rühmen.

Die göttliche Schönheit wird dargestellt in den Bildern irdischer Schönheiten. Jedes Relief ist der Versuch, diese göttliche Schönheit in ein steinernes Bild zu bannen.

Buddhistische Übernahme

Ein hinduistischer Tempel gilt als der Ort des Gottes, dem er geweiht ist, für alle Zeiten. Den Khmers galten Tempel aber nur als „Paläste“.

Buddhistische Mönche haben, wohl im 16. Jahrhundert, Angkor Wat übernommen und überformt.

Die Vishnu-Statue aus dem zentralen Turm steht heute im westlichen Torbau; die Öffnungen des Turmes wurden roh zugemauert.

Eine große Buddha-Statue blockiert die Sicht in der unteren Kreuzgalerie.

Dennoch: Angkor Wat bleibt ein Tempel Vishnus.

Besuch

In Angkor Wat sind die Wege lang und die Treppen zahlreich. Nehmen Sie sich Zeit.

Das meiste, was es hier zu sehen gibt, wird in diesen Text nicht einmal erwähnt. Sehen Sie sich um!

Der erste Besuch sollte am Nachmittag von Westen starten; Ihr Fahrer kann dann am Osteingang auf Sie warten.

Auf dem Rückweg fahren Sie am Wassergraben entlang, von wo Sie vielleicht die Sonne untergehen sehen können.

Was Sie in diesen paar Stunden sehen können, wird Ihnen nicht reichen. Kommen Sie am nächsten Morgen wieder, dieses Mal von Osten, und gehen Sie diesmal nach Westen hinaus.

Bringen Sie einen Schirm mit, der kann auch gegen die dreisten Affen helfen.

Externe Links

Foto-Galerie Angkor Wat

  1. Angkor Wat von Süd-Osten (DT)
  2. Angkor Wat vom Ballon im Westen
  3. Blick vom Phnom Bakheng auf die Pyramide von Angkor Wat
  4. Westlicher Torbau
  5. Tanzende Apsara
  6. Ta Reach
  7. Devatas am Westlichen Torbau
  8. Avenue
  9. Untere Kreuz-Galerie
  10. Halle bei der unteren Kreuz-Galerie
  11. Ruhender Vishnu
  12. Devatas in der unteren Kreuz-Galerie
  13. Blick auf die oberste Stufe der Pyramide von Nord-Westen
  14. Die Pyramide von Osten mit fünf Türmen nebeneinander
  15. Blick von Osten auf die Pyramide am Nachmittag
  16. Ost-Tor
  17. Devatas auf der zweiten Stufe der Pyramide
  18. Rohes Mauerwerk am zentralen Turm

  • Angkor Wat 1
    Angkor Wat 1
  • Angkor Wat 2
    Angkor Wat 2
  • Angkor Wat 3
    Angkor Wat 3
  • Angkor Wat 4
    Angkor Wat 4
  • Angkor Wat 5
    Angkor Wat 5
  • Angkor Wat 6
    Angkor Wat 6
  • Angkor Wat 7
    Angkor Wat 7
  • Angkor Wat 8
    Angkor Wat 8
  • Angkor Wat 9
    Angkor Wat 9
  • Angkor Wat 10
    Angkor Wat 10
  • Angkor Wat 11
    Angkor Wat 11
  • Angkor Wat 12
    Angkor Wat 12
  • Angkor Wat 13
    Angkor Wat 13
  • Angkor Wat 14
    Angkor Wat 14
  • Angkor Wat 15
    Angkor Wat 15
  • Angkor Wat 16
    Angkor Wat 16
  • Angkor Wat 17
    Angkor Wat 17
  • Angkor Wat 18
    Angkor Wat 18

Galerie der großen Flach-Reliefs

Die Galerie der Flachreliefs nimmt die Außenseite der ersten Stufe der Pyramide ein. Das sind acht lange Flügel mit zusammen über 600 m Reliefs, dazu die Eck-Pavillons im Süd- und Nord-Westen.

Alle Reliefs zeigen, mit einer Ausnahme, hinduistische Mythen. Ich beschränke mich hier auf einige Höhepunkte.

Die Armee Suryavarmans II.

In der Parade sehen wir 19 Kommandeure auf Elefanten. Die Schirme sind vom König verliehene Ehrenzeichen. Zum ersten Mal wird hier in einem Tempel eine historische, und eben keine mythologische, Szene dargestellt.

Das Quirlen des Milchmeers

Am Anfang der Welt wollen die Götter und die Dämonen Unsterblichkeit erlangen. Dazu müssen sie Amrita, das Elixier der Unsterblichkeit, aus dem Milchmeer quirlen. Vishnu organisiert das: der Berg Mandara, eine Insel im Ur-Meer, wird der Quirl, und der Naga-König Vasuki der Quirl-Strick. Die Götter ziehen auf einer Seite, die Dämonen auf der anderen.  Nach tausend Jahren tritt das Amrita hervor.

Vishnu gibt das Elixier nur den Göttern; die Dämonen gehen leer aus und ihr ewiger Kampf gegen Vishnu beginnt.

Im Relief sind 183 Figuren abgebildet, das entspricht den Tagen eines Halbjahrs. Sie sind in sechs Gruppen gegliedert, das entspricht sechs Monaten.

Der Quirl-Strick geht hin und her zwischen Süden, der Seite der Dämonen, und Norden, der Seite der Götter. Die Bewegung bildet die Wanderung der Sonne nach, die hier in den Tropen in jeweils einem halben Jahr zwischen dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis pendelt, und damit den Wechsel der Jahreszeiten und das Leben auf der Erde gewährleistet.

Die Schlacht von Lanka

In dieser Schlacht besiegt Rama mit der Affen-Armee Ravana in einem monströsen Handgemenge. Im Bild kommt Hanuman, der weiße Affen-General, nur mit seinen Fäusten bewaffnet, durch die Luft geflogen und versetzt dem waffenstarrenden Ravana einen Fausthieb; dieser greift nach der schmerzenden Stelle.

In den Eck-Pavillons

Ich habe aus der überwältigenden Fülle hier einige Ausschnitte herausgegriffen.

Fotos

20 König Suryavarman II.

21 Die Vorhut der Armee Suryavarmans

22 Das Quirlen des Milchmeers: Vishnu dirigiert

23 Das Quirlen des Milchmeers: Ein tapferer Dämonen-König bei den Köpfen des Nagas

24 Schlacht von Lanka: Der Affen-General Hanuman greift den Dämonen-König Ravana an.

25 Schlacht von Kurukshetra: Trauer um den sterbenden König

26 Ravana rüttelt am Berg Kailasha.

27 Aufgeregte Frauen

28 Tanzende Hirtinnen

   

  

  • Angkor Wat 20
    Angkor Wat 20
  • Angkor Wat 21
    Angkor Wat 21
  • Angkor Wat 22
    Angkor Wat 22
  • Angkor Wat 23
    Angkor Wat 23
  • Angkor Wat 24
    Angkor Wat 24
  • Angkor Wat 25
    Angkor Wat 25
  • Angkor Wat 26
    Angkor Wat 26
  • Angkor Wat 27
    Angkor Wat 27
  • Angkor Wat 28
    Angkor Wat 28

Ein Vishnu-Tempel zur höheren Ehre Shivas

Vishnu vor Shiva
Vishnu vor Shiva

Im Shivaismus ist Vishnu eine „Person“ in der Wesenheit Shivas, neben Shiva selbst und Brahma. (Es gibt auch den Vishnuismus, der Vishnu als höchstes Wesen verehrt. Meines Wissens manifestiert sich diese Sekte nicht in Angkor.)

Nachbarschaft zum Phnom Bakheng

Angkor Wat ist der einzige Staats-Tempel in Angkor, der nicht für sich steht, sondern in unmittelbarer Nachbarschaft zum Phnom Bakheng, mit dem er eine Gruppe bildet.

Suryavarman auf dem Berg Shivapada

Neben dem Bild des Königs ist eine kleine Inschrift: „Paramavishnuloka lässt seine Armee vom Berg Shivapada hinuntermarschieren.“

Der König thront auf dem Berg Shivapada, „Fußabdruck Shivas“. Der Fußabdruck ist gleichsam das Siegel Shivas, Ausdruck seiner höchsten Gewalt. Wenn der König auf dem Berg Shivapada thront, übt er im Namen Shivas Macht aus und bestätigt damit Shiva als den höchsten Gott.

Paramavishnuloka, „der im Paradies Vishnus Weilende“ ist der posthume Name Suryavarmans II. Die Inschrift wurde nach dem Tod des Königs angebracht. Der König war also, auch nach seinem Tod, kein Gott, sein Status mag verglichen werden mit dem eines katholischen Heiligen.

(Quellen: Roveda 2003, S. 29, Sahai 2011, S. 14, 71-74.)  

Vishnu gehorcht Shiva

Das Relief im östlichen Flügel der Nordseite zeigt in einer Reihe blutiger Szenen den Kampf Krishnas (der Inkarnation Vishnus) gegen den Dämonen Bana. Als Krishna schließlich dem Dämonen den Kopf abschlagen will, interveniert Shiva und befielt das Leben des bereits arg verstümmelten Bana zu schonen. Das Bild am Ende des Reliefs zeigt Vishnu vor Shiva auf dem Berg Kailasa. Mit Shiva sind seine Söhne Skanda und Ganesha, sowie Brahma. (Quelle: Roveda 20033, S. 60-66.)

Mutmaßungen über Suryavarman II.

Suryavarman baute neben Angkor Wat eine Reihe buddhistischer Tempel: Thommanon, Chau Say Tevoda, Banteay Samré, Beng Mealea und Phnom Rung in Thailand. Mit Ausnahme von Phnom Rung zeigen diese Tempel buddhistische Reliefs und sind buddhistisch. (Quellen: Freeman/Jacques, S. 12; Roveda 2005, S. 368-371, 391-396.)

Er war möglicherweise Buddhist (und baute wie alle anderen buddhistischen Könige vor ihm einen hinduistischen Staats-Tempel). Dafür dass er Vishnuist gewesen sein soll, gibt es keinen schlüssigen Beweis.